Zum Schluss ist man immer schlauer. Nicht nur im Kopf, auch im Bauch. Manchmal weiß man dann, worauf man gut hätte verzichten können in den letzten Monaten. Was wirklich nervig, ärgerlich oder überflüssig war. Manchmal aber passiert auch das genaue Gegenteil und man wundert sich, wie toll und völlig unwahrscheinlich war, was man da erlebt hat. So geht es mir in diesen Tagen, wenn ich daran zurück denke, wie es für mich war, für den Jugendblog zu schreiben.

Was mir besonders gut gefiel, war, dass wir im Auftrag von Euch geschrieben haben, repräsentiert durch den Jugendbeirat, ermöglicht vom Jugendhilfswerk. Wir haben seit Oktober 2016 umgesetzt, was ihr in den Monaten zuvor aufgeheckt habt. Und ihr habt uns dabei alle Freiheiten gelassen, die Idee des Jugendblogs und euer Konzept so zu interpretieren, wie wir das für richtig hielten. Natürlich kann man sich da die Frage stellen: Was ist richtig? Ist es zum Beispiel richtig, als Erwachsener Texte für Jugendliche zu schreiben, die Dinge verhandeln, von denen Erwachsene denken, sie könnten oder sollten Jugendliche interessieren? Wäre es nicht richtiger und authentischer, die Jugendlichen selbst schreiben zu lassen über Themen, die sie bestimmen? Mag sein. Aber funktionieren Medien wirklich so? Funktionert ein Blog so?

Das führt zu einer zweiten wichtigen Frage: Was ist Beteiligung? Ist damit zwangsläufig immer die Verpflichtung verbunden, aktiv – im Fall eines Blogs also schreibend – mitzumachen? Wohl kaum, denn widerspräche der Idee des Jugendblogs als grundsätzlich offenem Angebot zur Information oder Teilhabe an der Auseinandersetzung über politische, soziale oder Freizeit-Themen. Meines Erachtens ist es ebenso eine Form von Beteiligung, einfach zu lesen, zu kommentieren oder zu liken, wenn es angebracht erscheint, oder auch nicht, weil man nicht immer und alles beurteilen will oder kann, und am Ende dann trotz einiger Texte, die vielleicht langweilig waren oder zu kompliziert oder einfach nur „hä?”, bei euch hoffentlich das Gefühl geblieben ist, gemeint gewesen zu sein von diesem täglichen Angestupse durch den Jugendblog. Das zumindest wäre ein schöner Erfolg.

Vielen Dank für Eure Treue und Neugier, und wer weiß: Vielleicht waren die vergangenen acht Monate ja auch nur ein kleiner Vorgeschmack auf Weiteres. Oder Anlass für etwas völlig anderes, das euch irgendwann erreichen wird. Darauf einen der schönsten Abschieds- (oder Pausen-)Songs  ever – Peace!

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Über den Autor

Dietrich Roeschmann ist Journalist und unterstützt den Jugenblog seit Anfang an.



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