Emeka Udemba ist gerade erst aus Venedig zurückgekehrt, wo letzte Woche die Biennale von Venedig eröffnet wurde. Für die Kunstszene ist das ein wichtiger Termin, nicht nur wegen der Kunst, die dort zu sehen ist, sondern auch, weil man dort Ausstellungsmacher, Sammler sowie befreundete Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt treffen kann. Udemba, der selbst Künstler ist, stand eine Woche zuvor noch mit Kollegen vom Verein German Africa Insight in Freiburg auf dem Stühlinger Kirchplatz mit dem Hotspot Mobile. Dem Verein, der 2013 gegründet wurde, geht es um die Integration vor allem afrikanischer Flüchtlinge. Seine Mitglieder sind Menschen mit deutschen und afrikanischen Wurzeln. Das Hotspot Mobile, ein umgebauter Campingbus, der Infostand und Kontaktbörse ist, wurde auch mit Mitteln der Bundesrepublik aus dem Förderprogramm „Demokratie fördern“ unterstützt. Der Bus parkte auch schon bei Flüchtlingsheimen. Im Juni sind weitere Termine im Stühlinger geplant.

Es macht einen Unterschied, ob Tipps zur Integration von professionellen Helfern gegeben werden oder von jemanden wie Emeka Udemba. Udemba wurde 1968 in Nigeria geboren, ist groß und hat ein gewinnendes Lächeln. Er studierte von 1987 bis 1991 Kunst und Kunstpädagogik in Lagos, kam in Berührung mit dem Goethe Institut. Er ging nach Deutschland, um hier weiter als Künstler zu arbeiten und gründete eine Familie. Er hat sowohl in Afrika als auch in Deutschland seine Kunst ausgestellt. Oft befasst er sich mit Themen wie Identität, er ist aber auch in Slums nach Lagos gegangen, um dort Kunstprojekte zu verwirklichen.

„Wenn die Leute sehen, dass sie von einem Afrikaner beraten werden, ist das etwas anderes. Sie wissen, ich war auch mal neu hier und bin jetzt gut integriert“, sagt Emeka Udemba. Die Schwierigkeiten von afrikanischen Migranten in Europa sind groß. Die Kultur ist anders, das Essen, wollen sie feiern, werden sie von Discos und Bars an der Tür abgewiesen. Es gibt Sprachprobleme, die auch verhindern, dass Migranten eine Ausbildungsstelle bekommen, erzählt Emeka Udemba.

Den Standort des ausgebauten Campingbusses, den Stühlinger Kirchplatz, hat der Verein mit Bedacht gewählt. Es kam dort immer wieder zu Konflikten, auch mit jungen Flüchtlingen aus Afrika. Das Hotspot-Mobile sieht sich in der Rolle eines Vermittlers. Der Verein will Anwohner und Migranten zusammenbringen und jungen Afrikanern, die keine Beschäftigung haben, einbinden. Neue Vereinsmitglieder sind willkommen. Man kocht zusammen, es werden Tanzkurse angeboten und bei der Bearbeitung von Fotos und Videos geholfen. Es ist eine Mischung aus Kultur, Kunst und sozialer Arbeit. Vor allem aber wird viel miteinander geredet.

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Über den Autor

Anette Hoffmann ist Journalistin und unterstützt den Jugenblog seit Anfang an.



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