Es ist jedes Jahr dasselbe: spätestens im April steigt meine Sehnsucht nach Sommertomaten ins unermessliche. Trotz Erdbeeren, Spargel und neuen Kräutern gelten meine Tag- und Nachtträume vollreifen Tomaten aus dem Ofen, im Salat und in der Pfanne. Denn im Winter lasse ich die Fingern von frischen Tomaten. Zu oft schmecken sie so, als wären sie im Gewächshaus mit Fischmehl gefüttert worden. Doch jetzt, im fortgeschrittenen Frühling, gibt es schon ziemlich passable Tomaten aus Sizilien und Nordafrika, mit denen man zwar nicht alles, aber zum Beispiel das machen kann:

Tomaten CousCous

Kaum etwas ist einfacher zu machen als CousCous. Aber hierzulande wird er fast immer falsch behandelt. Mit zuviel Wasser oder sogar in Wasser gekocht (neiiiiiin!!!!!) wird er matschig und ist dann geschmacklich nicht mehr zu retten. Für einen guten CousCous al dente gibt es eine einfache Faustregel: Verwende (fast) nur so viel Wasser wie Grieß. Dafür brauchst du keine Waage: es lässt sich gut mit Tassen abmessen. Probier es mal so:

1 Tasse (Mug-Größe) Couscous in eine Schüssel fülllen. 1 + 1/6 Tasse Wasser aufkochen, mit Salz oder einen Stückchen Brühwürfel würzen und über den CousCous gießen. Die Schüssel mit Frischhaltefolie oder einem Teller abdecken, 15 Minuten so stehen lassen.

Für die Soße braucht ihr: 1 große Zwiebel, 3-5 Tomaten, 2 ELTomatenmark, ½ EL Zucker, ½ TL Salz, 2 EL Olivenöl, Pfeffer.

Zwiebeln in kleine Würfel schneiden. Das Öl in einer mittelgroßen Pfanne erhitzen, die Zwiebeln hinein geben und auf mittlere Hitze reduzieren. Die Tomaten waschen und würfeln. Dabei auf die Zwiebeln achten: sie sollen nicht braun werden, immer wieder rühren. Tomaten zu den Zwiebeln geben und rühren, Tomatenmark, Zucker, Salz und Pfeffer dazu. Ca. 15 Min. köcheln und immer mal wieder rühren.

Jetzt könnt ihr den CousCous aufdecken. Mit einer Gabel geht ihr durch die ziemlich kompakte Masse und lockert sie bis zum Boden auf: so wird euer CousCous wunderbar locker und körnig. Dann rührt ihr die Tomatensoße ein. Ihr könnt den CousClous gleich so essen oder der die Masse braten. Dafür noch mal Öl in einer 28cm Pfanne erhitzen, den CousCous hinein geben und glatt streichen und auf mittlerer bis niedriger Hitze mit geschlossenem Deckel ca. 15 Min. braten. Wahnsinnig lecker! Reicht für zwei.

Eine tolle Variante für diese Soße ist Shakshuka. Du bereitest die Tomaten genauso zu wie für den CousCous, würzt aber noch mit 1-2 klein geschnittenen Knoblauchzehen, ½ TL Kreuzkümmel und je nach Geschmack Chilipulver. Wenn die Soße sämig wird und gut köchelt, gibst du 2-4 Eier in die Pfanne und setzt pro Ei einen großen EL Jogurt neben sie. Braten, bis die Eier gar sind und mit Brot essen. Ein orientalischer Klassiker.

Bei Tomatensehnsucht geht drittens sogar im Winter: Roter Pesto. Für 500g Spaghetti brauchst du: 100 g getrocknete Tomaten, 2 EL Rosinen, 2 EL Pinien, 2 EL Parmesan, 1 Knoblauchzehe, Pfeffer, evtl. Salz, evtl. Chili, 3 EL Olivenöl.  Die Pinienkerne in einer trockenen Pfanne ohne Öl rösten (nicht aus den Augen lassen, weil sie sehr schnell anbrennen) und die Tomaten in Stücke schneiden. Die Rosinen waschen. Alle Zutaten in einen Mixer geben und pürieren. Das war’s. Wenn ihr die Paste für Nudeln verwendet, gibt es noch einen Trick: Kurz bevor die Nudeln gar sind, 3-4 EL Nudelwasser ins Pesto rühren. Dann ist es sämiger und lässt sich besser untermischen.

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Über den Autor

Birgit Heidtke arbeitet als Autorin und Historikerin in Freiburg. Sie organisiert Veranstaltungen, produziert Texte, Stadtrundgänge und viele andere Sachen.



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