Den Klassiker „Vom Ei zum Küken“ habt ihr vermutlich hinter euch gelassen. Doch wartet vielleicht die Ausstellung zum Nationalsozialismus in Freiburg noch auf euer interessiertes Auge und Ohr? Für alle unter 18 Jahren ist der Eintritt frei – ihr könnt also einfach reinschlendern, wenn ihr in der Nähe seid.Karfreitag könntet ihr das auch mit einer Veranstaltung verbinden. Zwei Expertinnen* werden im Museum von Gertrud Luckner erzählen. Gertrud Luckner unterstützte im NS Verfolgte des Regimes, besonders Menschen, die aus rassistischen Gründen bedroht waren. Sehr konkret und mutig. Sie half beim illegalen Grenzübertritt in die Schweiz, beschaffte Verstecke für Kinder und Erwachsene und organisierte in ganz Deutschland Hilfe, auch für die deportierten jüdischen Deutschen in den Vernichtungslagern. Sie tat das anfangs auf eigene Faust und nutzte dann als Mitarbeiterin der katholischen Caritas die Möglichkeiten christlicher Organisationen für ihre Arbeit. „Was ich getan habe, ist auf mich zugekommen“ hat sie nach ihrer Befreiung aus dem KZ Ravensbrück dazu gesagt. Mehr über Luckner erfahrt ihr heute um 16 Uhr im Augustinermuseum. (Eintritt 2€, Augustinerplatz)

Später am Abend ist im Slow Club das Stück „Prinzip Katamaran und andere Identitäten“ vom Theaterkollektiv RaumZeit zu sehen. Die Geschichte vom Gnoi – einem Menschen, der als Zwischen den Geschlechtern lebt und die Festlegung auf Mann oder Frau lange genug ausgehalten hat. Eine Liebesgeschichte, interstellar, transgegendert. Die Aftershow übernimmt Charlie Fonk, der im Prinzip Katamaran die Musik macht.

(Eintritt 8€, 21 Uhr, Slowclub, Haslacherstr. 25)

Eintritt frei ist am Karsamstag nachmittag im Kulturaggregat. In der Hildastraße ist ab 15 Uhr offene Tür für alle: „Wer Filmschaffender ist, gerne wäre oder jemanden kennt, der jemanden kennt sollte auf jeden Fall bei uns vorbeischauen,“ empfiehlt das Aggregat.

Um 19 Uhr sind dort dann Patrick Allgaier und Gwendolin Weisser zu Gast. In Freiburg sind beiden mit ihrem Film WEIT. Die Geschichte von einem Weg um die Welt schon ziemlich bekannt. Hier zeigen sie zum ersten Mal ein paar Episoden aus ihrem Doku-Filmprojekt „Heimat Portraits“, das sie ebenfalls auf ihrer langen Reise realisiert haben. 12 Menschen haben sie einen Tag in ihrem Leben begleitet. Entstanden sind Portraits ohne Kommentare. Zwischen den Kurzfilmen erzählen die beiden vom Making of und den vielen Heimaten, die sie während ihrer Reise erfahren konnten.

(Kulturaggregat, Hildastr. 5. ab 15 Uhr und spätestens 19 Uhr)

Wenn ihr dann noch Lust auf einen Spielfilm habt, hättet ihr es nicht weit ins Kommunale Kino im Alten Wiehrebahnhof. Dort läuft um 22 Uhr Kleine Haie auch ein Road-Movie, mit dem Sönke Wortmann vor 25 Jahren einen Jungfilmer-Hit landete.

(Kommunales Kino, Urachstraße 40, Eintritt 5€)

*alle Geschlechter sind gemeint

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Über den Autor

Birgit Heidtke arbeitet als Autorin und Historikerin in Freiburg. Sie organisiert Veranstaltungen, produziert Texte, Stadtrundgänge und viele andere Sachen.



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