In der Freiburger Innenstadt hat ein Supermarkt eröffnet, der seine Waren ohne Verpackung anbietet – und so hilft, Müll zu vermeiden und die Umwelt zu schonen.

Drei Möhren hätte ich gern, 100 Gramm Pasta und dann bitte noch 0,2 Liter Olivenöl: Eine solche Einkaufsliste ist in der Glaskiste in der Moltkestraße überhaupt kein Problem!

Der freundlich und hell eingerichtete Supermarkt im Eckhaus zur Sedanstraße bietet all seine Waren ohne Verpackung an. Man bringt einen eigenen Beutel für Obst und Gemüse mit und dazu Gefässe für das Öl, die Pasta oder das Müsli. Abgerechnet wird die Ware auf das Gramm oder den Milliliter genau.

Im Supermarkt können auch Glasgefäße geliehen oder gekauft werden. Etwa Ölflaschen, die man dann immer wieder verwenden kann. «Die Idee zur Glaskiste entspringt nämlich dem Wunsch, Müll zu vermeiden», erzählt Lisa Schairer – die junge Freiburger Unternehmerin leitet die Glaskiste zusammen mit ihren beiden Kollegen Björn Zacharias und  Adrian Dell‘ Aquila.

Wenn weniger Verpackungen gebraucht werden, werden auch weniger hergestellt. Das schont die Umwelt, die insbesondere unter dem vielen Plastikmüll leidet, wie kürzlich eine Freiburger Ausstellung zeigte.

Es schont gleichzeitig aber auch den eigenen Geldbeutel – die Lebensmittelverpackungen müssen von den Kundinnen und Kunden ja mitbezahlt werden. Wer ohne Verpackung einkauft, trägt ausserdem dazu bei, das möglichst wenig Lebensmittel verschwendet werden – 81 Kilo davon schmeissen wir in Deutschland pro Kopf und Jahr durchschnittlich weg

Denn die Großpackung Karotten, eingeschweißt in der Plastikschale, ist nur dann wirklich günstig, wenn man auch wirklich all diese Karotten braucht. Oft aber bleiben welche übrig, werden dann daheim jeden Tag ein bisschen schrumpeliger – und irgendwann schmeisst man sie halt weg, vermeldete das Bundesumweltamt letztes Jahr.

In der Glaskiste kann man genau soviel einkaufen wie man braucht. Das Sortiment ist gross (nicht nur Lebensmittel, sondern etwa auch Toilettenpapier aus Bambus oder Kehrbleche, Feger und Bürsten) und regional – der am weitesten entfernte Lieferant stammt vom Bodensee, wie eine schön gestaltete Lieferanten-Karte im Laden informiert.

Seit Samstag hat die Glaskiste auf. «Es war viel los, genau wie wir es uns gewünscht und vorgestellt hatten», zeigt sich Lisa Schairer mit dem Eröffnungstag zufrieden. Auch die nette Bar und Kaffeetheke des Ladens wurde gleich prächtig angenommen.

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag jeweils von 8.00 bis 20.00 Uhr. Die Zeiten könnten nach einiger Zeit noch angepasst werden, so Schairer – sodass sich ein gelegentlicher Blick auf die Homepage lohnt.

 

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Über den Autor

Mathias Heybrock lebt als Journalist in Freiburg und arbeitet für Zeitungen und Magazin in Deutschland und der Schweiz.



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