Soziale Plastik mit Mikko Kuorinki

Wann gibt es schon einmal die Gelegenheit, sich aktiv an der Herstellung eines Zustands zu beteiligen, der objektiv überhaupt keinen Sinn ergibt, sich aber anfühlt wie, sagen wir, ein gemütliches Picknick im Innern eines guten, absurden Songs? Richtig: eigentlich nie. Deshalb freuen wir uns auf Mikko Kuorinki. Denn der Künstler aus Helsinki macht nichts anderes, als sich genau solche Mitmach-Performances auszudenken, bei der alle Beteiligten eine bestimmte Aufgabe bekommen und am Ende gemeinsam erleben dürfen, was die Summe dieser sinnlosen Jobs an Spaß, Überraschung oder Schönheit bereit hält. Klar, denkt ihr euch jetzt vielleicht: Die langen Winter, die dunklen Nächte, mit irgendwas müssen sich die in Finnland ja die Zeit vertreiben … Doch Mikko macht seine Kunst nicht aus Langeweile, sondern weil er etwas herausfinden will. Was ihn beschäftigt, ist die Frage: Wie können wir die Welt und unseren Platz in ihr verstehen? Um Zusammenhänge zwischen der sinnlich und der körperlich erlebten Wirklichkeit erfahrbar zu machen, nutzt er die Sprache. In Freiburg lädt er dazu heute abend in den Off-Space fotexolutions in die Bildhauerhalle im E-Werk ein. Was dort passieren könnte, hat er an einem langen finnischen Winterabend schon mal in Form einer To-Do-Liste aufgeschrieben und seinen Freunden* in Freiburg gemailt, damit diese wiederum ihre Freunde* und die Freunde* ihrer Freunde* einladen, um Punkt für Punkt zusammen mit dem Publikum die gewünschten Dinge zu tun:  „Eine Hand wird blau angemalt“, „vielleicht spielt jemand ein paar Takte auf einem akustischen Instrument“, „ein Martial Arts-Künstler* zeigt eine perfeklte Bewegung“, „jemand schreibt mit einer gekochten Rote Beete eine 7 an die Wand“. Joseph Beuys, der überzeugt davon war, dass jeder Mensch ein Künstler ist, prägte für Performances wie diese von Mikko Kuorinki den Begriff „Soziale Plastik“.

Fr., 31.3. 19 Uhr.

Fotexolutions im E-Werk, Eschholzstr. 77, Freiburg.

ewerk-freiburg.de

Freiburger Frequenz Festival

Wer Lust hat, sich nach dem Ausflug in Mikko Kuorinkis Welt der kollektiven Poesie auf weitere Experimente einzulassen, ist auch später am Abend im E-Werk gut aufgehoben. Beim Freiburger Frequenz Festival im Andenken an den 2014 verstorbenen Schlagzeuger H. Lukas Lindenmaier feiert die Freiburger Szene der improvisierten Musik die Kraft der Befreiung durch gemeinschaftlich erzeugte Soundgewitter.

Fr, 31.3., 20.30 Uhr / Sa, 1.4. , 20.30 Uhr

E-Werk, Eschholzstr. 77, Freiburg.

ewerk-freiburg.de

Jugendkunstpreis: Die Ausstellung

Gestern hat im Haus der Jugend die Ausstellung zum 5. Jugendkunstpreis Freiburg eröffnet, an der die Stipendiatinnen und Stipendiaten Anna Gutmann (Malerei), Isaac Hillemann (Film), Marie-Elisabeth Weiher (Illustration), Isabelle Bapte (Fotografie), Lilja Schreiber (Modedesign), Manuel Hausschild (Grafikdesign) und Sofie Anton (Bildhauerei) ihre Arbeiten zeigen. Sie entstanden während der vergangenen drei Monate, in denen die jungen Künstlerinnen und Künstler in ausgewählten Ateliers etablierter Künstlerkolleg*innen in Freiburg und Umgebung arbeiten durften. Hingehen, ansehen lohnt sich!

Haus der Jugend, Uhlandstr. 2, Freiburg.

Mo-Fr 14.30-18 Uhr. Bis 14. Mai 2017.

www.jbw.de

Auch gut:

Leben? Keine Ahnung …

Eine szenische Theater-Tanz-Musik-Collage über die Liebe, das Internet, die Schule und wie alles mit allem zusammenhängt, aufgeführt von rund 30 Schülerinnen und Schülern der Gertrud-Luckner-Gewerbeschule aus aller Welt und unterschiedlichen Kulturen.

Kubus3, Haslacher Str. 43, Freiburg.

Mi, 5.4., 20 Uhr / Do 6.4., 11 Uhr.

Luzid Chaos

„Schönheit trifft Eskalation“, beschreiben die Fünf von Luzid Chaos ihr musikalisches Tun. Und das klingt dann ungefähr so. Mehr davon? Dann könnt Ihr die österreichische Jazzformation bei ihrer Werkjam im E-Werk besuchen und ihren krassen Wechseln zwischen Noise-Pop, Drone-Gewitter und verträumter Meditation lauschen.

5.4., 21 Uhr.

E-Werk, Foyer, Eschholzstr. 77, Freiburg.

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Über den Autor

Dietrich Roeschmann ist Journalist und unterstützt den Jugenblog seit Anfang an.



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