Jetzt schaut er wieder überall dort, wo es feucht und schattig ist, aus dem Boden und wird sich wie von Zauberhand als grüner Teppich ausbreiten. Das tolle am Bärlauch ist, dass er so leicht zu sammeln ist und ihr schnell mehr als genug für diese beiden Rezepte einsammeln könnt. Doch immer wieder wird gewarnt vor der Gefahr, Bärlauch zu verwechseln mit seinen giftigen Doppelgängern: mit Maiglöckchen oder den – wirklich gefährlichen – Herbstzeitlosen.

Wenn ihr als Sammlerin* noch grün hinter den Ohren seid, könnt ihr euch dieses gute Aufklärungsfilmchen  anschauen. Oder ihr merkt euch zwei einfache Anfänger*regeln, die beim Sammeln zu beachten sind:

  1. Sammelt nur im Wald! Dort wächst die tödliche Herbstzeitlose nämlich nicht.
  2. Sammelt nur bis zur ersten Woche im April. Dann sind die Maiglöckchen nämlich noch unter der Erde.

Außerdem empfehle ich euch, nicht zu viel zu sammeln. Ein Sträußchen reicht für eine Mahlzeit. Mehr führt schnell zu Überdruss, denn ihr müsst die Bärlauchhalde dann ja auch verarbeiten und essen! Nehmt ein Messer mit in den Wald, abschneiden ist besser als reißen. Auch Gummis zum Binden erleichtern die Ernte. Dann kann es zuhause los gehen:

Rezept 1 kommt von meiner Kollegin Ayulah Suripiami Rieper. Weil sie in Landwasser wohnt, hat sie den Bärlauch im Mooswald direkt vor der Haustür. Ayulah experimentiert gern und bringt für dieses Rezept Bärlauch mit Mendoan zusammen, einem typischen Gericht aus ihrer alten Heimat Indonesien.

Ihr braucht:

1 Packung Tempe (das ist eine fermentierte Art von Tofu, die ihr im Asia Laden bekommt)

  1. 100 gr. Weißmehl

1/2 Teelöffel Salz

1/2 Tl. Koreandersamen, als Pulver

  1. 20 Blätter Bärlauch, dünn geschnitten

1 Prise Kurkuma Pulver

etwas Pfeffer

Öl zum Frittieren

Zubereitung:

Tempe in ca. 1 cm dünne Scheiben schneiden

Mehl, Salz, Gewürze und Bärlauch mischen, vorsichtig mit dem Schneebesen etwas Wasser einrühren, der Teig soll noch etwas zäh, nicht zu flüssig sein.

Öl in einer Pfanne erhitzen. Den Tempe Stück für Stück von allen Seiten im Teig wälzen und sofort ins heiße Öl geben. Auf beiden Seiten goldbraun braten.

Statt Tempe könnt ihr auch normalen Tofu oder sogar Gemüse (Auberginen, Zucchini, Rote Beete u.s.w.) probieren. Der Bärlauch ist nicht so stark in diesem Rezept, weil er sich den Platz mit anderen Gewürzen teilt. Bärlauch pur habt ihr dagegen in Rezept 2, einer schnell gemachten Nudelsauce:

Für 500g Nudeln braucht ihr:

1 Strauß Bärlauch (ca. 100g), dünn geschnitten

1 kleine Zwiebel, in Würfel geschnitten

1 Becher Sahne,

1 EL Butter und 1 TL Mehl

Salz und Pfeffer, Parmesankäse.

Butter in der Pfanne schmelzen und die Zwiebeln dazu geben, ca. 2 Min. bei mittlerer Hitze braten – sie sollen nicht braun werden. Die Zwiebeln mit Mehl bestäuben, mit dem Holzlöffel langsam rühren, bis sich alles gut miteinander verbunden hat. 100 ml Wasser dazu gießen, weiterrühren. Wenn die Sauce dickflüssig wird, die Sahne dazu gießen, leicht köcheln. Salzen und pfeffern und je nachdem noch etwas Wasser dazu geben: die Soße soll schön cremig, nicht pampig sein! Erst am Schluss den Bärlauch dazu geben und höchstens 1 Minute leicht mitköcheln. Unter die Nudeln mischen.

*alle Geschlechter…

Teilen:


Über den Autor

Anette Hoffmann ist Journalistin und unterstützt den Jugenblog seit Anfang an.



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Premium WordPress Themes