ermöglicht die Freiburger Initiative Schlüsselmensch, unsere zweiten Station auf der Suche nach Andock-Gelegenheiten für Jugendliche, wo vor allem Jüngere etwas für Flüchtlinge auf die Beine stellen. Schlüsselmensch gibt es schon seit sechs Jahren. Vor allem Studierende sind dort aktiv.

Am Anfang ging es um die Idee, Paten*schaften mit Kindern aus Freiburger Flüchtlingsheimen zu organisieren. Der Name der Gruppe steht für die Grundsätze ihrer Arbeit: um für Flüchtlinge und für die Mehrheit bessere Verhältnisse zu schaffen, braucht es Schlüsselmenschen, findet die Initiative.

Denn es passiert nicht einfach so, dass wir Geflüchtete kennen lernen. Dafür trennt uns schon allein im Alltag zu viel. Und während wir die normalen Bürgerinnen* sind, mit allen Rechten, die wir hier haben, wissen die meisten Geflüchteten noch nicht einmal, ob sie in Deutschland bleiben können. Damit zwischen diesen Welten Türen aufgehen können, muss sie auf beiden Seiten einer* aufmachen. Wenn das passiert, entstehen neue Ideen und man kann Erfahrungen machen, Chancen und Wege tun sich auf.

Dienstag abends trifft sich die Orga-Gruppe von Schlüsselmensch, in den Räumen des Studierendenrats. Trotz der Ferien sind mindestens 10 da, um alles mögliche zu besprechen. Eine Pateninnen*schaft, die noch Begleitung braucht. Die nächste Gemeinschaftsaktion. Oder eben meine Frage, ob auch Jugendliche mitmachen können bei Schlüsselmensch.

Schnell wird klar: auch wenn die meisten hier studieren, sieht sich Schlüsselmensch nicht als Studiverein. Azubis, Buftis, Fachschüler* sind genauso gefragt. Mittlerweile gibt es im Verein viele Einstiegsmöglichkeiten. Der Dienstag Abend wäre kein schlechter Anlaufpunkt, um sich einen Eindruck zu verschaffen, meint Edda, auch, um genau dort mitzumachen. Die Orga-Gruppe ist interessant für alle, die das Arbeiten in einer kleinen NGO kennen lernen wollen. Hier werden u.a. Aktionen geplant, Ideen entwickelt, Anfragen diskutiert.

Wer lieber konkret in die Arbeit reinschauen will, kann zu den laufenden Angeboten kommen: zur Schwimmgruppe zum Beispiel, Montags von 16-18 Uhr. Im Haslacher Bad machen dort Schlüsselmenschen mit Kindern das Seepferdchen. Wer aktiv dabei sein will, sollte den DLRG-Schein haben. Ab April startet nach der Winterpause auch das wöchentliche Fußballtraining wieder, in St. Christophe am Flugplatz. In zwei Freiburger Heimen gibt es zweimal in der Woche das Lesekarussell: Schüsselmenschen lesen mit Schulkindern, die Lust dazu haben. Vorlesen tun hier vor allem die Kinder. Sie üben lesen mit einer muttersprachigen Person, genauso, wie wir das einmal gemacht haben.

Auf der Webseite von Schlüsselmensch könnt ihr unter Mitmachen mehr Informationen und die e-mail Adressen finden, über die ihr Kontakt aufnehmen könnt. Es ist überhaupt kein Problem, einfach mal mit zu gehen und nur zu zuschauen. Eine Altersgrenze gibt es nur für die Paten*schaften: dafür solltet ihr 18 sein. Alles andere ist offen für alle.

 

* gemeint sind alle Geschlechter

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Über den Autor

Birgit Heidtke arbeitet als Autorin und Historikerin in Freiburg. Sie organisiert Veranstaltungen, produziert Texte, Stadtrundgänge und viele andere Sachen.



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