Manche Rezepte schaffen es einfach nicht über die Grenze. Woran das liegt, habe ich noch nicht richtig verstanden. Bei nationalen Produkten ist die Erklärung einfach: die richtig gute Schweizer Schokolade, der beste Parmesankäse, das wunderbarste Knäckebrot haben Ausreiseverbot, oft sogar schon aus der Region. Gegessen werden sie daheim.

Aber Rezepte? Wieso kennen selbst in Freiburg, so nah dran, nur wenige den Schweizer Kuchenteig, der nach seiner Zubereitungsart auch geriebener Teig genannt wird? Er ist einfach zu machen, wunderbar elastisch lässt er sich so gut ausrollen wie kein anderer, du kannst ihn bedenkenlos 1 bis 2 Wochen im Kühlschrank aufbewahren und er geht als Unterlage für süßes und salziges gleich gut.

Für eine 28-30cm Form brauchst du:

250g Mehl, 125 g kalte Butter, 100-125ml Wasser, einen halben Teelöffel Salz.

Das Mehl in eine große Schüssel geben und das Salz untermischen. Die Butter in möglichst kleinen Stücken hinein schneiden. Dann müsst ihr die Butter unter das Mehl reiben: dafür zerreibt ihr Mehl und Butter zwischen den Fingern oder Handflächen, bis kein Mehl mehr übrig und keine Butterstücke mehr solo bleiben, alles locker miteinander verbunden ist. Demofilmchen?: https://www.youtube.com/watch?v=EjpJYZsRgOc. 100 ml Wasser dazu gießen und mit derselben Technik in den Teig bringen: nicht heftig kneten!

Ihr könnt nichts falsch machen: ist der Teig zu fest, ein bisschen mehr Wasser dazu geben, ist er zu nass, mehr Mehl.

Der Teig ist einfacher auswellen, wenn er für 30-60 Minuten im Kühlschrank ruht. Du kannst ihn problemlos sehr dünn (2-3mm) auswellen. Lege ihn so in die eingefettete Form, dass der Rand 5-8cm überhängt. Dann lässt er sich gut eindrehen und an den Rand drücken. Mit der Gabel den Boden mehrmals einstechen und auch den Rand noch mal an die Form drücken.

Ein klassischer süßer Belag sind Äpfel, Pflaumen, Aprikosen: damit den Boden vom Rand aus ringförmig belegen. Nicht sparsam sein mit dem Obst! Dann könnt ihr das Obst entweder mit etwas Zucker und Zimt bestreuen, vielleicht noch Mandelblättchen darüber tun. Oder ihr macht einen Eierguss aus 3 Eiern, 200ml Sahne, 150ml Milch und 50g Zucker plus Vanillezucker. Mit dem Schneebesen Eier und Zucker verklopfen, dann Sahne und Milch dazurühren. Vielleicht braucht ihr etwas mehr Zucker als ich.

Bei 220 Grad ca. 40 Minuten backen.

Eine klassischer salzige Variante ist die Käsewähe. Dafür braucht ihr:

300g möglichst starke Sorten Schweizer Käse – z.B. Gruyére, Emmentaler, Appenzeller. Am besten 2 Sorten mischen.

200 ml Milch und 200 ml Sahne

3 Eier, ½ Teelöffel Salz, etwas Pfeffer, Muskatnuss und Paprika

Käse reiben, auf dem Teig gleichmäßig verteilen. Eier verklopfen und alle anderen Zutaten mit dem Schneebesen dazu rühren, auf den Teig.

Bei 220 Grad ca. 40 Minuten backen.

Ganz unklassisch könnt ihr den geriebenen Teig aber auch als Boden für eure Lieblingspizza verwenden. Probiert es aus!

 

 

 

 

 

 

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Über den Autor

Birgit Heidtke arbeitet als Autorin und Historikerin in Freiburg. Sie organisiert Veranstaltungen, produziert Texte, Stadtrundgänge und viele andere Sachen.



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