Die Jugendberufsagentur Gleis 25 am Hauptbahnhof

«One-Stop-Shop» lautet der englische Fachbegriff für eine zeitgemäße Verwaltung, die den Bürgern eine zentrale Anlaufstelle bietet – anstatt sie quer durch die Stadt zu schicken, für jedes einzelne Anliegen wieder zu einer anderen Amt.

Das neu entstehende Rathaus mit seinem Bürgerservice wird dieser Anforderung genügen. Für Jugendliche unter 25 Jahren freilich ist eine solche Stelle in Freiburg bereits Realität: In der Bismarck-Allee 11 – 13, nahe des Hauptbahnhofes, gibt es die Jugendberufsagentur Gleis 25.

Jede und jeder unter 25, der beim Start ins Berufsleben nach dem richtigen richtigen Anschluss sucht, ist dort richtig. «Das kann ein Schüler mit erstklassigen Noten sein, der sich jetzt über Studienangebote informieren will», sagt Dietmar Schwörer von der Arbeitsagentur Freiburg, der als Teamleiter auch für Gleis 25 zuständig ist. «Und genauso jemand, der vor kurzem die Schule oder die Ausbildung abgebrochen hat, und sich jetzt fragt – wie finde ich das richtige Gleis?»

Im Gleis 25 bündeln viele verschiedene Ämter und Institutionen ihre Angebote zur Berufsausbildung, darunter auch das Jugendhilfswerk (JHW). «Gerade für Jugendliche ist diese Zentralisierung sehr wichtig», so Schwörer: «Denn gerade sie wissen manchmal nur diffus, welche Informationen oder welche Hilfe sie brauchen – und wo sie finden.»

Schwörer schildert den fiktiven Fall von Stefan, der die Ausbildung geschmissen und Schulden hat. Früher wäre er zunächst zur Berufsberatung bei der Arbeitsagentur gegangen. Die ist zwar Ansprechpartner bei Fragen zu weiteren beruflichen Möglichkeiten – aber nicht zuständig hinsichtlich einer Schuldnerberatung, die ganz woanders ist. Auf dem Weg dahin verlässt Stefan dann aber vielleicht plötzlich der Mut. Er schiebt den Gang auf. Ein Tage, zwei, und irgendwann ist auch noch der Zettel mit der Adresse verlegt.

Bei Gleis 25 gibt es nun einem Empfang, wo man mit Stefan ein Gespräch führt. Er wird bei der Berufsberatung beraten. Danach kann man sofort einen Termin mit der Schuldnerberatung im gleichen Haus machen – im Idealfall gleich anschließend. Und ein paar Türen weiter ist dann ein weiteres Büro, das gemeinsam mit der Berufsberatung bei Konflikten in der Ausbildung hilft. «Bleib dran» heißt dieses Angebot, es wird unter anderem vom JHW finanziert.

Gleis 25 kommt ziemlich gut an. «Das ist auch eine Frage der Atmosphäre die dort herrscht», sagt Schwörer, «schon die Gestaltung ist so, dass die Jugendlichen sich wohl fühlen.» Schwörer ist zudem wichtig, dass niemand, der zum Gleis 25 kommt, stigmatisiert wird: «Wir starren hier nicht erschreckt auf Defizite. Wir sehen die Möglichkeiten, die sich für die Zukunft ergeben.» 

 

 

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Über den Autor

Mathias Heybrock lebt als Journalist in Freiburg und arbeitet für Zeitungen und Magazin in Deutschland und der Schweiz.



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