Eigentlich hat Angelina Grippe. Nichts Ernstes, aber nervig. Im Bett wollte sie heute morgen trotzdem nicht bleiben, denn bald stehen die ersten Prüfungen an. Da wäre es blöd, den Unterricht zu verpassen. Angelina ist in ihrem letzten Jahr an der Merianschule und macht dort die praxisintegrierte Ausbildung zur Erzieherin. Also ist sie heute trotz dickem Kopf in die Schule gegangen, hat so gut es ging versucht, aufzupassen und verkriecht sich auch jetzt – nach Schulschluss – noch nicht mit Wärmflasche, heißem Tee und Hustenbonbons im Bett, sondern steht uns erst mal Rede und Antwort. Ist das nice? Definitiv! Angelina hat dafür gute Gründe: Sie will euch einladen, beim Jugendbeirat mitzumachen. Ihre Message: Redet mit bei der Planung des Jugendblogs Freiburg. Sagt eure Meinung, diskutiert die Beiträge, schlagt eigene Themen vor. Vor dem nächsten Treffen, das am Dienstag, 21. Februar 2017 um 18 Uhr im JHW, Konradstraße 14, stattfindet, haben wir uns mit Angelina unterhalten.

Angelina, du bist von Anfang an beim Jugendbeirat im JHW mit dabei. Warum?

Im Oktober 2016 haben mich Helen und Dominik vom Jugendhilfswerk gefragt, ob ich Lust hätte, gemeinsam mit anderen Jugendlichen aus Freiburg einen Blog zu entwickeln, der über Themen berichtet, die uns interessieren. Ich fand das spannend und bin deshalb mit einer Freundin zum ersten Treffen gegangen. Seither bin ich dabei.

Wie läuft so ein Treffen ab?

Anfangs waren wir zu acht, heute ist die Gruppe etwas kleiner geworden. Aber es gilt immer noch: Jeder kann mitmachen. Wenn wir uns einmal im Monat treffen, sitzen wir in einer gemütlichen Runde mit Snacks und Getränken zusammen und reden über die Beiträge des letzten Monats: Interessieren uns die Themen? Sind sie gut erzählt? In verständlicher Sprache? Dann überlegen wir gemeinsam, ob oder wie sich etwas verbessern ließe oder ob uns ganz grundsätzlich etwas fehlt.

Welche Themen interessieren dich?

Jugendkultur, Politik, Rezepte: Ich bin da offen für alles, weil ich es grundsätzlich erst mal gut und spannend finde, Jugendliche und Kinder in einer Sprache anzusprechen, die sie verstehen, und Themen zu bringen, die sie interessieren. Das war ja die Ausgangsidee, als wir uns ganz zu Anfang gemeinsam überlegt haben, wie dieser Jugendblog aussehen könnte. Über was wollen wir lesen? Über Politik? Klar. Aber auch über Angebote für Jugendliche in der Stadt. Über Freizeit-Tipps, die nichts kosten. Sachen zum Selbermachen. Und ganz wichtig: alle Beiträge sollen kommentierbar sein.

Was ist dein Eindruck: Setzt die Redaktion um, was Ihr im Jugendbeirat besprecht?

Ja, grundsätzlich gefällt mir die Mischung gut. Der Blog ist übersichtlich gestaltet, die Aufteilung der Woche in Spartentage wie Do It Yourself, internationale oder lokale Politik klar, die Themenauswahl gut. Nur über die Farbe sind wir uns in der Gruppe noch nicht ganz einig: Wir Jugendliche sind da eher auf dem Trip: Weg vom Hellblau! Und: Manche Texte könnten ein paar mehr Bilder vertragen.

Warum ist es dir wichtig, bei diesem Projekt mitzureden?

Ich finde, es ist etwas sehr Schönes, wenn Jugendliche die Gelegenheit bekommen, ihre Wünsche und Interessen zu äußern und sie auf diese Weise umgesetzt werden. Oft werden wir Jugendliche ja nicht mal gefragt, wenn es uns direkt angeht. Beim Jugendblog werden wir nicht nur gefragt, sondern unsere Meinung zählt. Ohne unsere Ideen, Vorschläge oder Kritik wäre er nur ein weiterer Blog unter vielen. Helen und Dominik mischen sich inhaltlich nicht ein, sondern geben uns den Raum, frei zu entscheiden, in welche Richtung sich das Projekt entwickeln soll. Das finde ich toll. Es ist ein Geschenk, das ich als Jugendliche gerne annehme und mir wünsche, dass möglichst viele andere es auch tun.

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Über den Autor

Dietrich Roeschmann ist Journalist und unterstützt den Jugenblog seit Anfang an.



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