Die freien Theatergruppen in Freiburg haben es gemacht, die Filmemacher und jetzt vernetzt sich die Freiburger Subkultur. Im letzten Jahr hat sich in Freiburg eine Interessengemeinschaft Subkultur gegründet. Ihr gehören Veranstalter und Vereine wie der Slow Club an, das Artik, aber auch Bands und DJs. Die IG Subkultur geht zunehmend an die Öffentlichkeit. Sie schlug beim Beteiligungshaushalt einen Popbeauftragten vor und wird am 17. Februar Konzerte veranstalten, Kunst zeigen und feiern und am 18. Februar eine Konferenz abhalten.

Warum aber engagiert sich die IG Subkultur überhaupt? Es sind die bekannten Probleme, Clubs schließen, es fehlen Räumen, Geld und dann sind da noch die Nachbarn, die sich vom Nachtleben gestört fühlen.

Dass sich Subkultur organisiert, um sich Gehör zu verschaffen, ist ein innerer Widerspruch. Schließlich ist es der eigentliche Charakter von Subkultur, von der Mehrheit abzuweichen. Und so beteiligen sich auch nicht alle an dieser Initiative. Die KTS etwa hat auf ihrer Homepage veröffentlicht, dass sie eine solche „StellvertreterInnenpolitik generell ablehnt“. Und doch ist die Strategie clever: erst einmal zeigen, was man macht und womit man die Stadt bereichert und dann darüber reden, wie dies erhalten und entwickelt werden kann. Die freien Theatergruppen jedenfalls haben nach jahrelanger Lobbyarbeit mit dem Südufer einen neuen Veranstaltungsort bekommen.

Viel Lob gibt es jetzt schon, auch vom Kulturamt. „Sollte die Gründung der Interessengemeinschaft Subkultur dazu führen, dass die Szene enger zusammenrückt, wäre das ein guter Effekt. Wir begrüßen das sehr.“, sagt der stellvertretende Kulturamtsleiter Udo Eichmeier, der an der Tagung mitdiskutieren wird.

Wie ist die Stadt Freiburg hier gefragt? Gleich in zweifacher Hinsicht. Nicht überall ist es erlaubt, regelmäßig Parys zu feiern. Es gibt Baupläne, die Vergnügungsstätten ausschließen. Das Bauamt kann Nutzungsänderungen vornehmen. Und dann ist da noch das Kulturamt. Es verfügt über einige Bandprobenräume. Auch Udo Eichmeier, der beim Kulturamt für Jazz, Rock und Pop zuständig ist, kennt die Probleme auf dem Freiburger Wohnungsmarkt: „Wenn es auf dem Markt Objekte gab, die man als Probenräume hätte nützen können, haben wir uns darum gekümmert. Doch der Immobilienmarkt hat eine andere Dynamik als städtische Entscheidungsprozesse“.

Und das Kulturamt hat einen eigenen Fördertopf für Jazz, Rock und Pop – er ist mit 13.800 Euro nicht gerade gut gefüllt. Wie städtische Fördergelder vergeben werden, ist durch Richtlinien geregelt, die der Gemeinderat bestimmt hat. Institutionen werden aus diesem Topf nicht gefördert, sondern Projekte. Auch kommerzielle Veranstaltungen bekommen kein Geld und die Projekte sollten innovativ sein. Was innovativ bedeutet, darüber lässt sich streiten. Aber die vermeintliche Hochkultur ist ja auch nicht immer Mainstream und die Subkultur nicht immer Subkultur.

17. Februar: Tagung; 18. Februar: Konferenz, Waldsee, ab 17 Uhr. Infos unter www.ig-subkultur.de

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Über den Autor

Anette Hoffmann ist Journalistin und unterstützt den Jugenblog seit Anfang an.



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