Zum ersten, zum zweiten und zum dritten?

Den Vorwurf, sich zu zieren, wollte sich der Oberbürgermeister von Freiburg, wohl nicht einhandeln. Anders als Bundeskanzlerin Angela Merkel, die sich bemerkenswert Zeit ließ, um ihre Kandidatur für den Herbst bekannt zu geben, brachte sich Dieter Salomon für die Oberbürgermeisterwahl im Jahr 2018 ins Spiel, bevor die allermeisten überhaupt an diese gedacht haben. Dieter Salomon, seit 2002 Oberbürgermeister dieser Stadt, will es also noch einmal wissen. Dass der Grüne Dieter Salomon und die CDU-Politikerin Angela Merkel einmal so viel gemeinsam haben würden, überrascht nur auf den ersten Blick. Beide gehen in ihrem Verständnis von Politik von Tatsachen aus und stellen nicht Ideologien in den Vordergrund.

Dabei kam Dieter Salomon zur Politik und den Grünen, weil er sich lokal engagierte und merkte auf diese Weise etwas bewegen zu können. Salomon wurde 1960 im australischen Melbourne geboren, wuchs aber im Allgäu in den 70er Jahren auf, als über Straßen und die Atomenergie diskutiert und dagegen demonstriert wurde. Es war die Umweltpolitik, die ihn zur Politik überhaupt brachte. In Freiburg studierte er dann Politikwissenschaft, Romanistik und Wirtschaftswissenschaften und machte später seinen Doktor in Politikwissenschaften.

Man kann verstehen, dass Dieter Salomon eine dritte Amtszeit reizt. Zu viel wurde in der Stadt angestoßen, das erst während der nächsten Amtszeit wirklich ausgeführt wird. Der Umbau der Innenstadt, die neue Stadtbahnlinie, ein neuer Stadtteil und ein neues Fußballstadion sind im Gespräch. Auf der anderen Bilanzseite steht die Spaltung der Gemeinderatsfraktion in Bündnis 90/Die Grünen und die Grüne Alternative Freiburg.

Falls Dieter Salomon 2018 zum dritten Mal die Wahl gewinnen sollte, wäre er der bislang dienstälteste Oberbürgermeister von Freiburg. Aber was bedeutet es, wenn sowohl im Bund als auch in Freiburg eine solche Kontinuität denkbar, vielleicht sogar erwünscht ist? Sind derzeit die weltpolitischen Probleme mit dem Krieg in Syrien, der weltweiten Migration und der Wahl von einem Populisten wie Donald Trump zum US-Präsidenten so groß, dass man sich vor allem Ruhe im eigenen Land wünscht? Wählt man dann lieber das Bekannte als die Veränderung? Und um was hätten der Gemeinderat und die Bürgermeister sich in den letzten 14 Jahren verstärkt kümmern sollen?

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Über den Autor

Anette Hoffmann ist Journalistin und unterstützt den Jugenblog seit Anfang an.



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