Wohin wende ich mich im Krisenfall? Und während der Feiertage?

Weihnachten, das Fest der Freude? Nicht jeder sieht das so. Für einen jungen Menschen in einer Krisensituation, mit einer Depression oder mit Suizid-Gedanken kann die Weihnachtszeit im Gegenteil eine Belastung sein. Eine Zeit der Einsamkeit, vielleicht gar des Unfriedens, in der man sich nicht einmal in den normalen Alltag flüchten kann.

Was also tun, wenn sich über die Feiertage eine Krise ankündigt oder verstärkt? «Gute Frage», antwortet Dirk Grabolle von der Jugendberatung im Stühlinger, die für Menschen zwischen 14 und 26 kostenlose und vertrauliche Beratung anbietet.

«Wir haben in dieser Zeit zu», meint Grabolle, fügt aber gleich an: «Aber Ferien machen wir keine, gleich am Dienstag sind wir wieder da.» Die Beratung kann dann per Mail oder auch persönlich erfolgen vor Ort erfolgen, Bürozeiten und Kontaktinformationen finden sich auf der Webseite.

Für eine Soforthilfe übers lange Wochenende fällt Grabolle gleich die Telefonseelsorge Freiburg ein – ein kirchliches Angebot, das rund um die Uhr für Menschen aller Religionen da ist. Es gibt auch hier die Möglichkeit, sich per Mail zu melden. Eine Antwort kann allerdings bis zu 72 Stunden auf sich warten lassen, heißt es auf der Homepage – das liegt an den sehr vielen Mails, die eingehen.

Grabolle erwähnt zudem noch auf die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im Kindes- und Jugendalter, sie befindet sich in der Hauptstraße in Herdern: «Dahin kann man sich immer wenden, da ist immer jemand.» Für über 18-Jährige kommt zudem das Zentrum für Psychiatrie in Emmendingen in Betracht.

Sind die Feiertage vorbei, ist auch der Verein U25 Freiburg wieder für Jugendliche in Krisen und mit Suizid-Gedanken da – eine Einrichtung des Arbeitskreis Leben Freiburg. Das Besondere an U25: Die Beratung und Begleitung der Jugendlichen wird vor allem von gleichaltrigen Ehrenamtlichen durchgeführt. Man kann sich per Mail melden, Antwort gibt es spätestens nach zwei Werttagen. Eine über die Feiertage geschriebene Mail wird auf jeden Fall gleich am Dienstag gelesen. Zu den Bürozeiten ist auch der telefonische Kontakt möglich.

Eines ist allen Angeboten: Die Gespräche oder Mails sind vertraulich und unterliegen der Schweigepflicht.

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Über den Autor

Mathias Heybrock lebt als Journalist in Freiburg und arbeitet für Zeitungen und Magazin in Deutschland und der Schweiz.



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