«Irgendwas mit Zukunft»

Ein Bericht von der zweiten Freiburger SchülerInnen-Tagung «.komm»

Letzten Donnerstag herrschte Kongressatmosphäre im Haus der Jugend in der Uhlandstraße: Ein Empfangstisch im Foyer; lose Grüppchen, die plaudernd ihren Pausen-Kaffee genossen; Menschen auf der Suche nach dem Saal, in dem der nächste Workshop stattfindet.

Das war die Freiburger SchülerInnen-Tagung «.komm», die zum zweiten Mal stattfand. Eingeladen waren Schülerinnen und Schüler von weiterführenden Schulen in Freiburg, die sich in der Schüler Mitverwaltung (SMV) organisieren.

Auch die Tagung selbst organisierten die Schülerinnen und Schüler selbst, zusammen mit dem Jugendbüro Freiburg. Die Themen der einzelnen Veranstaltungen und Workshops waren also nicht von «oben» vorgegeben – über sie wurde erst bei einer Art Generalversammlung zu Tagungs-Beginn entschieden.

«Zur Diskussion um Donald Trump wollten alle», berichtete Jürgen Messer vom Jugendbüro: «Es war fast schwierig einen Raum zu finden.» Die Gesprächsrunde «war ungemein lebhaft und engagiert», beschrieb Messer seine Eindrücke.

Daneben gab es Workshops zur Mitbestimmung der Jugendlichen an ihren jeweiligen Schulen. Zum Beispiel wurde diskutiert, ob es möglich sein sollte, Lehrern ein anonymisiertes Feedback zu geben. Dann nämlich könnte deren Beurteilung und Benotung nicht von der Kritik (oder dem Lob) beeinflusst werden, die im Feedback geäussert wird.

Weitere Programmpunkte beschäftigten sich mit den Möglichkeiten des Digitalen. So wurde eine von zwei Schülern entwickelte App namens Loma vorgestellt – eine Art Spiel, dessen Ziel es ist, «Loma-König» in seinem Lieblingslokal zu werden, etwa 200 Gaststätten in Freiburg machen mit.

Der Sinn, so wie ich ihn verstehe: Freundeskreise, die sich über die App verbinden, haben Spaß, finden vielleicht zusammen einen neuen Ort zum Ausgehen – und werden dort, wenn sie Loma-König werden, mit Rabatten belohnt.

Auch in diesem Workshop war die Diskussion sehr engagiert – und auf eine überaus angenehme und freundliche Weise kontrovers. Unter anderem bedauerte dabei einer der Schüler, dass es in Freiburg fast nur noch kommerzielle Orte wie Bars und Kaffees gibt, an denen junge Menschen sich treffen können.

Insgesamt stieß die App eher auf Skepsis. Wenn die Teilnehmer dieses Workshops recht behalten, ist ihre Zukunft nicht so dolle. Die der wunderbaren, innovativen Tagung «.komm» aber ist rosarot.

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Über den Autor

Mathias Heybrock lebt als Journalist in Freiburg und arbeitet für Zeitungen und Magazin in Deutschland und der Schweiz.



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