Wie verdienen Social-Media-Dienste ihr Geld?

Facebook geht es prima. Das soziale Netzwerk veröffentlichte Anfang November, wieviel Geld es in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres eingenommen hat: Sieben Milliarden US-Dollar!

Dieses ganz hübsche Sümmchen kommt in erster Linie durch die Werbung zusammen, die Facebook verkauft. Und die Werbung, die bei Facebook geschaltet ist, basiert wiederum auf den Daten, die jeder Facebook-Nutzer zur Verfügung stellt, wenn er das Netzwerk nutzt.

Schon bei der ersten Anmeldung teilt man grundsätzliche Informationen wie Alter und Geschlecht mit. Jedes neue Einloggen erfasst den momentanen Standort. Posts, Kommentare und Likes erzählen darüberhinaus von persönlichen Vorlieben; dem Lieblingsgericht etwa, oder den Lieblingsfilmen.

Diese Informationen sind für Firmen, die bei Facebook werben, von immensem Wert. Sie wenden sich dann gezielt an einzelne Nutzer – etwa an jemanden, der den Thriller «Inception» gern mag. Und machen ihn dann auf einen Streaming-Dienst aufmerksam, der diesen und ähnliche Filme im Angebot hat.

Andere Soziale Netzwerke verdienen ihr Geld ähnlich. Der kostenlose Messanger WhatsApp macht zwar keine Werbung. Er leitet jedoch Daten seiner Nutzer an den Facebook-Konzern weiter, zu dem WhatsApp inzwischen gehört. Dort werden auch dieses Daten dann für personalisierte Werbung genutzt.

Wer bei Facebook keine personalisierte Werbung möchte, kann sich dagegen verwahren – das geht, in dem man sie in den Einstellungen deaktiviert. Das bedeutet noch nicht, dass Facebook gar keine Werbung anzeigt, aber immerhin.

Dass Facebook solche Zugeständnisse macht, ist auch deutschen Datenschützern zu verdanken, die Facebook und andere große US-Unternehmen immer wieder auffordern, Daten zu schützen – oder seinen Nutzern zumindest die Entscheidung darüber zu lassen, ob und welche Daten sie teilen wollen.

Die Bundesregierung plädiert allerdings gerade dafür, den Datenschutz in Deutschland zukünftig nicht zu streng zu gestalten: Das könne der Wirtschaft schaden. Der Gedanke ist wohl, das auch deutsche Unternehmen innovative digitale Dienste aufbauen sollen, die sich über Datenverkauf finanzieren – anstatt dieses Feld nur den US-Firmen zu überlassen.

Auf einer Plattform wie netzpolitik.org dagegen findet man Leute, die dazu aufrufen, extrem sparsam mit der Weitergabe von Daten sein.

Wie haltet ihr es mit Euren Daten? Seid ihr großzügig oder geizig im Umgang mit Ihnen? Macht ihr euch Sorgen, das eure Spuren im Netz zu viel über euch verraten?

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Über den Autor

Mathias Heybrock lebt als Journalist in Freiburg und arbeitet für Zeitungen und Magazin in Deutschland und der Schweiz.



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