Auf dem Tisch getanzt

© Anja Limbrunner

Ein Auto fährt an Hochhäusern vorbei. Die Kamera erfasst die gläserne Fassade. Das soll Freiburg sein? Das könnte auch in Frankfurt gefilmt sein, sagt Peter Haug-Lamersdorf. Zusammen mit anderen Freiburger Darstellern wie Georg Blumreiter und Peter W. Hermanns hat der Schauspieler und Sprecher am offiziellen Video „Alle Kinder“ der Urban Brass Band Moop Mama mitgearbeitet. Am Ende wird er eine Sitzung sprengen.

„Alle Kinder“ übt mit viel Witz Kritik an unserer Gesellschaft, daran, dass wir Schuhe tragen, für die Kinder gearbeitet haben oder andere die Musik von Moop Mama nicht mögen. Jan Delay mag sie, er singt, war dann aber leider nicht in Freiburg beim Drehen dabei. Dafür vier Kinder, die zeigen, wie die Erwachsenen vielleicht einmal waren.

Wie ist es eigentlich mit Moop Mama ein Musikvideo zu filmen?

Peter Haug-Lamersdorf: Die Produktionsfirma Dugly Habits sitzt in Freiburg und kannte die Band schon von einer früheren Zusammenarbeit. Dugly Habits hatte sich bei mir gemeldet. Sie fragten mich, ob ich tanzen kann (lacht). Als Schauspieler sagt man zu allem grundsätzlich erst einmal ja. Ansonsten ist das Gespräch ja gleich gelaufen. Tanzen war nicht gerade Teil meiner Ausbildung als Schauspieler.

Zuerst haben wir uns gegenseitig abgeklopft, die beiden von Dugly Habits haben erzählt, was sie vorhaben und ich, was ich mache. Und irgendwann habe ich also bei denen zuhause in der Wohnküche getanzt. Ich habe also vorgetanzt, dann wurden mir die Drehtage mitgeteilt. Das ging alles sehr schnell und lief sehr professionell ab. Das Drehen und das Tanzen hat sehr viel Spaß gemacht. Moop Mama macht ja auch richtig gute Musik. Meine älteste Tochter, die jetzt 19 ist, war beim ZMF auf dem Konzert von Moop Mama. Die fand das super, dass ich in dem Video auftrete. Die Choreografie habe ich größtenteils selbst entwickelt. Ich hatte eine Stunde vorher ein Coaching. Bei jemanden, der Lindy Hop tanzt. Das ist ein Vorläufer des Rock’n’Roll und gerade ziemlich im Trend.

Gedreht wird so: man einigt sich auf eine bestimmte Sequenz, dann wird die Musik dazu eingespielt. Man dreht die Szene vier oder fünf Mal bis alle – vom Licht bis hin zum Ton und dem Kameramann – zufrieden sind. Wir haben einen ganzen Tag dafür gebraucht. Insgesamt wurde das Video in vier Tagen gedreht. Die Musiker von Moop Mama haben selbst mitgespielt, in jeder Szene zwei oder drei. Einer saß rechts von mir. Ein paar singen im Kirchenchor mit. „Alle Kinder nähen Nikes zusammen, bis auf Jan, der zieht sie dann an.“ Kurz und knapp, aber so ist es.

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Über den Autor

Anette Hoffmann ist Journalistin und unterstützt den Jugenblog seit Anfang an.



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