Ein Freiburger Schüler sagt: «So schaffen wir das!» Teil II

Der 17-jährige Freiburger Fabio Debus hat eine App entwickelt, die die Integration von geflüchteten Menschen in die deutsche Gesellschaft erleichtern soll (siehe Blogeintrag vom letzten Mittwoch). Bei der technische Umsetzung wurde er von einem Schweizer Unternehmen unterstützt.

«Es arbeitet nicht ausschließlich gewinnorientiert», sagt Debus, «sondern erlaubt jedem Mitarbeiter, zehn Prozent der Arbeitszeit in soziale Projekte zu stecken» – innerhalb dieses Zeitrahmens wurde auch die App umgesetzt. Erst war ein Programmierer damit beschäftigt, «zum Schluss», so Debus, «waren es fünf».

Der Freiburger Schüler selbst hat ebenfalls viel Zeit investiert, für die Arbeit am Konzept, für den Austausch mit den Programmieren. Oft kam ein ganzer Arbeitstag zusammen, sieben, acht Stunden, nach der Schule natürlich. «Im Moment sind es noch so etwa vier pro Tag.»

Seine dringlichste Aufgabe ist es jetzt, die App bekannter zu machen. Debus wird sie am Freitag auf der Konferenz TEDx-Freiburg vorstellen. TEDx-Freiburg ist ein lokaler Ableger der renommierten TED-Talks – einer ursprünglich in Kalifornien beheimateten Veranstaltung zu fortschrittlichen Ideen aus Kultur und Gesellschaft, die inzwischen überall auf der Welt Wurzeln schlägt.

«Darüber hinaus bin ich dabei, offizielle Stellen von Refascent überzeugen.», sagt der Schüler. Er hat Kontakte zu mehreren Flüchtlingsheimen, auch in der Schweiz: Die App soll lokale Netzwerke entstehen lassen, funktioniert aber natürlich nicht nur in Freiburg – sondern, dank des Übersetzungsprogramms, prinzipiell weltweit.

Erst einmal freilich gilt es, klein anzufangen. Debus erzählt von einem Flüchtlingsheim in Denzlingen: «Dessen Leiter kommt selbst aus der IT-Branche und steht der App sehr aufgeschlossen gegenüber». Er probiert sie zur Zeit schon einmal aus, legt sie seinen Mitarbeitern, den Helfern, und den Flüchtlingen zur Nutzung ans Herz.

Bei anderen Gesprächen stößt Debus auch auf Vorbehalte: Manche Heime haben Angst, Refascent nehme Ihnen die Arbeit weg.

Aber weder für die ehrenamtlichen noch die hauptberuflichen Helfer trifft das zu, findet Debus. «Was wegfällt ist die Zeit, die es braucht, damit ein Hilfsangebot auch an der richtigen Stelle ankommt.» Sie wird für frei für die Dinge, die wirklich zählen: Das Gespräch, die Auseinandersetzung, auch über Probleme, die auftauchen.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Über den Autor

Mathias Heybrock lebt als Journalist in Freiburg und arbeitet für Zeitungen und Magazin in Deutschland und der Schweiz.



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