Ein Freiburger Schüler sagt: «So schaffen wir das!»

Mitte November kommt eine neue App auf den Markt, die die Integration von geflüchteten Menschen in die deutsche Gesellschaft erleichtern soll.

Sie heißt Refascent – ein Kunstwort, das die beiden englischen Begriffe refugee (Flüchtling) und ascent (gesellschaftlicher Aufstieg) miteinander verbindet. Es gibt eine Internetseite, die über die App (www.refascent.org) informiert.

Entwickelt wurde sie von dem 17-jährigen Freiburger Fabio Debus. Er ist Schüler des Walter-Eucken-Gymnasums und macht im kommenden Jahr Abitur.

«Im Februar hatte ich die erste Idee», erzählt Debus am Telefon. Er hatte von den Arbeitsabläufen in einem Flüchtlingsheim gehört, und davon, welchen organisatorischen Aufwand es zuweilen braucht, damit Hilfe auch ankommt. «Und manchmal», so Debus, «wird etwas angeboten, für das es vor Ort dann gar keine Verwendung gibt.»

Seine App setzt da an. Sie versteht sich als Kommunikationsplattform, die diejenigen, die helfen wollen und diejenigen, die Hilfe brauchen, direkt zusammenbringt.

Sagen wir, ein Flüchtling braucht gut erhaltene Winterschuhe in Größe 43. Dann muss er nicht in seinem Heim fragen ob die dort gerade als Kleiderspende vorrätig sind. Er kann gezielt über die App suchen, im Umkreis von 15 Kilometern vielleicht, so dass man die Schuhe noch mit dem Fahrrad abholen kann.

Oder es braucht jemand Hilfe bei der Gartenarbeit, ein paar Stunden die Woche. Dann findet er über die App einen Flüchtling, der oder die sich so ein bisschen Geld dazu verdienen kann. Und gleichzeitig mit Einheimischen in Kontakt kommt, Einblicke in deutschen Alltag erhält.

Eine Sprachbarriere gibt es auf der App nicht. Jeder kann in seiner Sprache schreiben – Refascent übersetzt automatisch aus (bislang) 28 Sprachen.

Bei der technischen Umsetzung hatte Debus Hilfe. Ein Schweizer Unternehmen (http://www.integrationalpha.com) fand seine Idee so gut, dass es die App sehr professionell programmierte. Auch in Berlin kam das Projekt gut an: Dort gewann Debus den Wettbewerb «Startupteens», in der Kategorie «soziales Engagement» (http://www.startupteens.de).

Wieviele Arbeitsstunden in der App bislang stecken, wer bereits mit ihr arbeitet, und welche Vorbehalte es gegen die digitale Plattform gibt, lest ihr in Teil zwei am kommenden Mittwoch.

 

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Über den Autor

Mathias Heybrock lebt als Journalist in Freiburg und arbeitet für Zeitungen und Magazin in Deutschland und der Schweiz.



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