Die Amtszeit des US-amerikanischen Präsidenten Barack Obama geht im nächsten Januar zu Ende. Doch bereits am 8. November, in drei Wochen, entscheiden die US-Wähler über seinen Nachfolger – oder seine Nachfolgerin: Wird es Hillary Clinton; die erste Frau, die für dieses Amt kandidiert? Oder Donald Trump?

Die Wahl ist auch bei uns ein großes Thema, die deutschen Medien berichten sehr ausführlich. Das wird auch morgen wieder so sein – denn heute Nacht findet in den USA die dritte und letzte Fernsehdebatte zwischen Clinton und Trump statt.

«Die USA sind das wichtigste Land der Welt», begründet der Wissenschaftler Dr. Christoph Haas das weltweite Interesse – Haas forscht an der Universität Freiburg unter anderem über das «politische Denken in den USA»: «Wirtschaftlich und militärisch sind die USA Supermacht», fährt er fort. «Und kulturell ebenso, fast unsere ganze Popkultur kommt aus den USA.»

Die Popkultur hat auch einen großen Einfluss auf die US-Politik, beziehungsweise den Wahlkampf. Intrigen, Skandale, Anfeindungen – der Wettstreit zwischen den beiden Kandidaten hat manchmal etwas von einer gigantischen Soap. Oder von einem Sportereignis. Tatsächlich, so Haas, nennt man den Wahlkampf in den USA selbst auch «Horce Race», Pferderennen.

Auf den Ausgang dieses Rennens nehmen die drei TV-Debatten grossen Einfluss. Vor dem ersten TV-Duell lagen die Kandidaten in den Umfragen fast gleichauf. Vor dem dritten und letzten Duell hat Clinton inzwischen eine Chance von 86 Prozent, die Wahl zu gewinnen. Das zumindest sagt die US-Seite http://fivethirtyeight.com. Deren Betreiber haben viele unterschiedliche Umfrageergebnisse ausgewertet und verglichen, um diesen Wert zu ermitteln.

Macht es für unserer Leben in Deutschland einen Unterschied machen, wer gewinnt? Haas sagt klar, dass er Clinton lieber als Präsidentin sähe. «Ich finde sie nicht ideal, aber verlässlich, sie steht für Stabilität.» Clinton ist eine altgediente und erfahrene Politikerin, unter Obama war sie eine Zeit lang für die Außenpolitik der USA verantwortlich. Der Unternehmer Trump hingegen kommt nicht aus der Politik – und für viele, die mit der Politik unzufrieden sind, ist genau das attraktiv. Sie nehmen auch in Kauf, dass er sehr undiplomatisch, ja aggressiv aufritt und spricht – oder sehen darin gerade ein Zeichen seiner Unabhängigkeit.

Wie es auch ausgeht: Die Wahl ist zwar wichtig und dazu noch von hohem Unterhaltungswert. Sie allein bestimmt aber noch nicht die zukünftige Politik der USA, weiß Haas: «Es gibt auch noch den die Kongress.» Er beschließt die Gesetze und kontrolliert den Präsidenten, hat also einen ausbalancierenden Einfluss auf dessen Handeln.

Die dritte und letzte Fernsehdebatte des US-Wahlkampfes findet in den USA am heutigen Mittwochabend statt – für uns am Donnerstag um 3 Uhr morgens. Am Mittwoch um 20.15 Uhr spricht Christoph Haas im Hörsaal 1098 (KG I der Universität) über die TV-Debatte zwischen Clinton und Trump.

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Über den Autor

Mathias Heybrock lebt als Journalist in Freiburg und arbeitet für Zeitungen und Magazin in Deutschland und der Schweiz.



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