Brexit- war da nicht was, steht der Europäischen Union (EU) nicht eine Art Scheidung bevor? Gut drei Monate nach der Volksabstimmung am 23. Juni 2016, bei der sich 51,9 Prozent für ein Austreten Großbritanniens aus der EU entschieden hatten, war es relativ still um den Brexit geworden.

Politikern gibt man gewöhnlich eine Schonfrist von 100 Tagen, damit sie sich in ihr neues Amt einarbeiten können. Brauchte also auch der Brexit eine solche Frist? Zumindest gibt es jetzt einen vagen Zeitplan. Premierministerin Theresa May nutzte den Parteitag der konservativen Partei, der Tories, vom 2. bis 5. Oktober in Birmingham, um sich darüber zu äußern. Im März nächsten Jahres will England die ersten Schritte zum Austritt einleiten. In der Zeit ist viel zu regeln. Neue Verträge müssen ausgehandelt werden. Die EU besteht aus 28 Ländern und Großbritannien aus England, Wales, Schottland und Irland – da prallen sehr viele Meinungen aufeinander.

Seit 1975, als Großbritannien in die Europäische Gemeinschaft (EG) eintrat, ist vieles zusammengewachsen, was jetzt nicht mehr zusammen gehören soll. Gut drei Millionen EU-Bürger leben und arbeiten auf der Insel. Sie können dies, weil Freizügigkeit herrscht. Deutsche Staatsbürger konnten sich bislang ohne weiteres auf Jobsuche in England machen. Das wird sich vermutlich ändern. Denn den Briten ist es wichtiger die Zuwanderung einzuschränken als weiterhin Zugang zum Binnenmarkt der EU zu haben. Premierministerin Theresa May kündigte einen „harten Brexit“ an. Im Gegenzug können Briten wiederum das Recht verlieren innerhalb der EU ihren Wohnsitz frei zu wählen.

Seit der Gründung der EU 1993 ist die Vereinigung stetig gewachsen, jetzt ist es das erste Mal, dass ein Mitglied austreten wird. Es ist ziemlich einzigartig, dass Länder, die sich 47 Jahre zuvor noch bekriegt haben, eine solche Gemeinschaft bilden. 2012 wurde der EU der Friedensnobelpreis verliehen. England genoss in der EU immer Sonderrechte. Das Land behielt mit dem Britischen Pfund die eigene Währung und handelte sich in weiteren Wirtschaftsfragen eigene Regelungen aus. Das Selbstverständnis Großbritanniens ist geprägt durch seine Insellage. Die Entscheidung der Briten hat bereits jetzt Gräben hinterlassen. Im Land selbst, in dem es zu mehr gewalttätigen Übergriffe auf EU-Ausländer gekommen ist, und im restlichen Europa. Es wird viel spekuliert, ob sich der Brexit zum Vor- oder Nachteil für England und Europa auswirkt. Aber letztlich kann man es noch nicht wissen.

Ausblick: Was sagt ein Brite in Freiburg zum Brexit und was ein Deutscher in England?

 

Die Redaktion fragt: Was haltet ihr davon das Großbritannien die EU verlässt? Habt ihr Freunde oder Familie die vom Brexit betroffen sind? Was denkt ihr, wie sich der Brexit auf uns auswirkt?

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Über den Autor

Anette Hoffmann ist Journalistin und unterstützt den Jugenblog seit Anfang an.



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