In Freiburg kommt man mit einem Rad oft schneller und einfacher voran als mit dem Auto, mit der Straßenbahn oder dem Bus. Dementsprechend viele Radler sind unterwegs – und nicht wenige von ihnen haben recht schnittige und teure Räder.

 

Es geht aber auch günstig, weiss Paulo Marques. Er war früher Leistungssportler, hat eine Ausbildung als Fahrradmechaniker – und gründete vor zwei Jahren in der Langemarckstraße 97 eine Werkstatt, in der man günstig gebrauchte Fährräder bekommt. «Die Preise beginnen bei 20 Euro», so Marques.

 

Dann allerdings ist das Rad noch reparaturbedürftig. Der Käufer oder die Käuferin kann es gleich vor Ort herrichten lassen – muss aber mithelfen. Etwas Geduld braucht es dabei: Die Werkstatt ist ein integratives Projekt, dort arbeiten also Menschen mit und ohne Behinderung zusammen.

 

Bei dem ein oder anderen Arbeitsschritt müssen die Mitarbeiter mit Behinderung eventuell selbst einmal nachfragen, erklärt Marques. Umgekehrt haben aber alle Mitarbeiter dort auch Geduld mit Jugendlichen, die wenig oder gar keine Kenntnisse von der Fahrradreparatur haben.

 

Wer etwas mehr Geld investieren kann: Ab 60 Euro bekommt man in der Werkstatt in der Langemarckstraße ein sofort gebrauchsfertiges Fahrrad.

 

Die Werkstatt befindet sich in Räumlichkeiten, die das Jugendhilfswerk (JHW) zur Verfügung stellt. Sie ist immer am letzten Montag im Monat zwischen 10 und 15 Uhr geöffnet.  Und auch jeden Mittwoch zwischen 14:30 und 16:30 – dann wird sie ausschließlich von Jugendlichen und einem Betreuer gestemmt. Im Netz finden sich hier  weitere Informationen zu ihr.

 

Ein billiges, altes, aber kaputtes Rad kann man auch in der Fahrradwerkstatt in der Habsburgerstraße 9 selbst reparieren, sagt Lars, der dort arbeitet.

 

Wie in der Werkstatt in der Langemarckstraße werden auch in der Habsburgerstraße gebrauchte, aber voll funktionsfähige Ersatzteile anstelle von neuen eingesetzt. Das ist einerseits gut für die Umwelt – und anderseits gut für den Preis, die Reparatur bleibt erschwinglich.

 

»Funktionsfähe Gebrauchträder verkaufen wir ebenfalls«, meint Lars. Allerdings fangen die Preise erst bei etwa 150 Euro. Auf der Internetseite www.gebraucht-fahrrad-freiburg.de sind die Preise ähnlich.

 

»Bei uns geht es bei 5 Euro los«, sagt Christa Klein-Koob, die viermal im Jahr die Second-Hand-Börse vor der Messe organisiert. Wie gut so ein Rad dann aber noch in Schuss sind, kann sie nicht sagen –  beim Kauf also besser jemanden mitnehmen, der sich mit Fahrrädern auskennt. Die nächste Börse findet im kommenden Februar statt. Für Jugendliche bis 15 Jahre ist der Eintritt frei; ab 16 muss man 2,50 Euro Eintritt zahlen.

 

Die Redaktion fragt: Kennt ihr noch andere Werkstätten, in denen man seine Fahrräder reparieren lassen kann oder kostengünstig an neue Räder kommt? Habt ihr schon ein Mal eine der Werkstätten ausprobiert? Und wie findet ihr es, dass es solche Angebote gibt?

 

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Über den Autor

Mathias Heybrock lebt als Journalist in Freiburg und arbeitet für Zeitungen und Magazin in Deutschland und der Schweiz.



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